Zusammenfassung
Kleine Marken, Autoren und Organisationen existieren nicht automatisch im Knowledge Graph. Sie müssen als eigene Entitäten markiert werden. Dieser Guide zeigt Schritt für Schritt, wie man mit @id, sameAs und Beziehungsketten eine eindeutige maschinenlesbare Identität aufbaut – mit vollständigen Code-Beispielen und Validation.
Eigene Entitäten markieren
Aufbau einer maschinenlesbaren Identität
1. Warum eigene Entitäten wichtig sind
Suchmaschinen arbeiten entitätsorientiert. Während globale Entitäten wie „Berlin" oder „Google" bereits im Knowledge Graph existieren, müssen kleinere Marken, Autoren oder eigene Frameworks erst erkennbar gemacht werden.
Eigene Entitäten sind:
- Kleine Marken und Start-ups
- Lokale Unternehmen
- Autoren, Dozenten, Experten
- Eigene Frameworks oder Modelle
- Kurse und Lernprogramme
Ohne saubere strukturierte Markierung bleibt die Identität unklar, was Sichtbarkeit, Autorenprofil und Knowledge Graph-Integration beeinträchtigt.
2. Was ist eine eigene Entität?
Eine eigene Entität hat (noch) keinen festen Eintrag in Wikipedia, Wikidata oder großen Datenbanken.
Unterschied zu etablierten Entitäten
Etablierte Entität (z.B. „Microsoft"):
- Wikipedia-Eintrag
- Wikidata-ID
- Tausende externe Verlinkungen
- Hohe inhaltliche Konsistenz
Eigene Entität (z.B. „eLengua"):
- Keine Wikipedia
- Begrenzte externe Nennungen
- Muss aktiv markiert werden
Eigene Entitäten beginnen „bei Null" – daher müssen ihre Eigenschaften besonders klar und konsistent sein.
3. Das @id-Konzept verstehen
@id ist der zentrale Identifikationsanker einer Entität. Er ermöglicht eindeutige Verweise über mehrere Seiten hinweg.
3.1. Verschiedene @id-Varianten
Wann welche Variante?
Fragment (#organization): Wenn mehrere Entitäten auf einer Seite oder Entität nicht = Seite
URL als ID: Wenn die Seite selbst die Entität ist (z.B. Produktseite)
Mehrere Fragments: Team-Seite mit mehreren Personen
3.2. @id in Beziehungen nutzen
So erkennt die Suchmaschine: „publisher" auf Seite B ist dieselbe Entität wie die Organization auf Seite A.
4. Property-Priorität: Kritisch vs. Optional
● Kritisch (ohne diese keine Identität):
- name
- @id
- url
● Sehr wichtig (für Knowledge Graph-Integration):
- description
- image / logo
- sameAs
● Wichtig (verstärken Identität):
- founder
- address (bei LocalBusiness)
- contactPoint
● Optional (Bonus):
- award
- knowsAbout
- memberOf
5. Vollständige Code-Beispiele
5.1. Eigene Marke / Organisation
5.2. Eigener Autor / Person
5.3. Eigener Kurs
6. sameAs richtig nutzen
sameAs verlinkt zu externen Profilen derselben Entität. Dies bestätigt die Identität.
Welche Profile einbinden?
Für Organisationen:
- LinkedIn Company Page
- Twitter / X
- Facebook Page
- Crunchbase
- GitHub
- Wikipedia (falls vorhanden)
Für Personen:
- LinkedIn Profil
- Twitter / X
- GitHub
- ResearchGate / ORCID (Wissenschaft)
- Speakerdeck / SlideShare
Wichtig: Alle Links müssen funktionieren und zur richtigen Entität führen. Falsche Links schaden mehr als sie nützen.
7. Beziehungsketten aufbauen
Entitäten existieren nicht isoliert. Beziehungen stärken die semantische Kohärenz.
7.1. Article → Person → Organization
7.2. Course → Organization + Person
Diese Ketten zeigen Suchmaschinen: Marcus arbeitet für eLengua, eLengua bietet Kurse an, Marcus unterrichtet diese Kurse.
8. Validation Checklist
☐ @id ist eindeutig und konsistent über alle Seiten
☐ Alle kritischen Properties (name, @id, url) vorhanden
☐ sameAs-Links funktionieren und führen zur richtigen Entität
☐ Beziehungen korrekt mit @id-Verweisen verschachtelt
☐ Keine Widersprüche (z.B. unterschiedliche Namen)
☐ Rich Results Test zeigt keine Fehler
☐ Schema Markup Validator bestätigt Struktur
☐ Search Console zeigt keine Enhancements-Fehler
Tools: Schema Markup Validator, Google Rich Results Test, Search Console → Enhancements
9. Häufige Fehler (Vor/Nach)
Fehler 1: Fehlende @id
❌ Falsch
Keine eindeutige ID → Entität kann nicht referenziert werden
✅ Richtig
Mit @id kann auf allen Seiten darauf verwiesen werden
Fehler 2: Inkonsistente Namen
❌ Falsch
Seite A: "name": "eLengua"
Seite B: "name": "e-Lengua"
Seite C: "name": "Elengua GmbH"
✅ Richtig
Alle Seiten: "name": "eLengua"
Konsistente Schreibweise überall
Fehler 3: Fehlende sameAs
❌ Schwach
Keine externen Signale
✅ Stark
Externe Bestätigung der Identität
10. Integration in Knowledge Graphen
Signalquellen für Suchmaschinen
- Strukturierte Daten auf eigener Website
- Externe Nennungen (Presse, Blogs, Partner)
- Social-Media-Profile (sameAs)
- Branchenverzeichnisse
- Wissenschaftliche Publikationen
- Offizielle Registrierungen
Sichtbarkeitsschwelle
Eine Entität wird stabil erkannt wenn:
- Genügend konsistente Signale vorhanden sind (strukturierte Daten + externe Nennungen)
- Keine widersprüchlichen Daten existieren
- Verknüpfungen kohärent sind
- Zeit vergangen ist (Wochen bis Monate)
11. Best Practices
✓ Zentralen Entitäten-Hub erstellen („Über uns", „Team")
✓ @id konsequent über alle Seiten nutzen
✓ Name, URL, Beschreibung identisch halten
✓ Alle sameAs-Profile aktuell halten
✓ Beziehungen zu anderen Entitäten klar definieren
✓ Regelmäßig validieren (mindestens quartalsweise)
✓ Nicht übertreiben: Nur relevante Properties ausfüllen
12. Fazit
Eigene Entitäten benötigen aktive Markierung, um im Knowledge Graph sichtbar zu werden. @id schafft eindeutige Identität, sameAs bestätigt sie extern, Beziehungsketten verankern sie semantisch.
Eine saubere Entitätsmodellierung ist der Schlüssel zu langfristiger Sichtbarkeit in KI- und wissensbasierten Suchsystemen.
Über den Autor
Marcus A. Volz ist Linguist und Spezialist für semantische KI-Systeme bei eLengua. Er analysiert, wie Suchmaschinen und KI-Systeme Bedeutung verstehen – von strukturierten Daten über Entity-Mapping bis zur semantischen Content-Architektur.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine eigene Entität?
Eine eigene Entität ist eine Einheit ohne festen Eintrag in Wikipedia, Wikidata oder großen Datenbanken. Beispiele: kleine Marken, lokale Unternehmen, Autoren, eigene Frameworks. Sie müssen aktiv mit strukturierten Daten markiert werden.
Warum ist @id so wichtig?
@id ist der eindeutige Identifikationsanker einer Entität. Er ermöglicht Verweise zwischen verschiedenen Seiten und hilft Suchmaschinen, dieselbe Entität über mehrere Seiten hinweg zu erkennen. Format: https://example.com/#organization
Was macht sameAs?
sameAs verlinkt zu externen Profilen derselben Entität: LinkedIn, Twitter, Crunchbase, Wikipedia. Dies bestätigt die Identität und hilft bei der Knowledge Graph-Integration.
Welche Properties sind kritisch für eigene Entitäten?
Kritisch: name, @id, url. Sehr wichtig: description, image/logo, sameAs. Wichtig: founder, address, contactPoint. Diese Basis schafft eindeutige Identität.
Wie verknüpfe ich Entitäten miteinander?
Durch @id-Verweise: Article verweist auf author mit @id, Person verweist auf worksFor mit @id. So entstehen semantische Beziehungsketten über mehrere Seiten.
Wann wird meine Entität im Knowledge Graph angezeigt?
Wenn genügend konsistente Signale vorhanden sind: strukturierte Daten, externe Nennungen, sameAs-Verknüpfungen, keine Widersprüche. Dies kann Wochen bis Monate dauern.
Muss ich für jede Seite neue Entität erstellen?
Nein. Eine Entität (z.B. Organization) wird einmal mit @id definiert. Andere Seiten verweisen per @id darauf. So bleibt die Identität konsistent.
Wie validiere ich eigene Entitäten?
Schema Markup Validator, Rich Results Test, Search Console. Prüfen: @id eindeutig, alle required Properties, sameAs-Links funktionieren, Konsistenz über alle Seiten.
